Route 66 Roadtrip: Mein Erfahrungsbericht

In 4 Wochen von der Ostküste zur Westküste der USA

Die legendäre Route 66: Es gibt kaum etwas Schöneres, als mit dem Wohnmobil einmal quer von Ost nach West durch die USA zu reisen. Ich habe mich mit meiner Familie in dieses grandiose Abenteuer gestürzt und berichte euch hier von dieser faszinierenden Tour. Sie führt uns von New York im Osten der USA zum Startpunkt nach Chicago, durch wunderschöne Nationalparks und Canyons bis hin zu den Stränden an der Westküste der USA. Bis heute schwärmen wir von diesem USA Roadtrip, besser hätten wir unsere Elternzeit nicht nutzen können. Die Route 66 sollte unbedingt auch auf deiner Bucket List für die USA stehen!

In diesem Artikel zeige ich dir unsere persönlichen Highlights an und auf der Route 66 – zusätzlich dazu habe ich noch einen Artikel mit den besten Sehenswürdigkeiten der Route 66 für dich.

Der Route 66 Roadtrip im Wohnmobil

Camper Wohnmobil Route 66
Das war unser Camper für den Roadtrip

Wie waren wir unterwegs? Wir haben uns für einen großen Camper entschieden (dazu später mehr) und ich kann euch aus eigener Erfahrung nur empfehlen, die Route 66 mit dem Wohnmobil zu bereisen. Denn so seid ihr flexibel und könnt an den Orten, die euch sehr gut gefallen ein oder zwei Tage länger bleiben. An weniger schönen Spots ist man dabei wesentlich flexibler und kann schneller weiter fahren – und das Beste? Ihr habt immer alles dabei! Gerade mit Kindern ist das ein ganz wichtiges Argument für ein Wohnmobil für uns gewesen.

Übrigens: Wir sind als Familie mit zwei Kindern gereist und können sagen, dass es für uns alle ein großes Abenteuer war und wir diese Zeit niemals mehr missen wollen.

Route 66 – die beste Reisezeit

In den USA herrscht ein kontinentales Klima. Die Sommermonate sind schön warm, während der Winter sehr kalt werden kann. Deshalb kann ich euch diese Reiseroute vor allem in den Sommermonaten empfehlen. Auch im amerikanischen Frühjahr und Herbst ist sie wunderschön, ihr müsst euch dann allerdings auch auf kältere Nächte gefasst machen. Wir waren von Juni bis August unterwegs.

Die Route 66-Tour auf der Karte

Hier seht ihr die Route von unserem Roadtrip durch die USA – er führte uns einmal komplett von der Ostküste der USA bis an die Westküste der USA:

Route 66 Sehenswürdigkeiten Karte

Wo führt die Route 66 entlang?

Die Route 66 verbindet Chicago an den großen Seen mit Santa Monica in Kalifornien. Sie ist 3.940 Kilometer lang und zeigt euch die Vielfalt der Natur und der Landschaft der USA – einfach nur beeindruckend!

Das waren unsere Highlights vom Roadtrip durch die USA

Auf unsere Tour haben wir unglaublich viel von der USA gesehen, von fantastischen Metropolen wie

  • New York,
  • Chicago,
  • Las Vegas,
  • Los Angeles und
  • San Francisco über beeindruckende Landschaften wie den
  • Grand Canyon,
  • Antelope Canyon,
  • die Großen Seen,
  • das Monument Valley und
  • Apalachen bis hin zu Events wie
  • Disneyland und
  • eben die legendäre Route 66.

Es ist einfach nur unglaublich, wieviele Eindrücke ihr bekommen werdet – dieser Roadtrip ist einer dieser „Once in a Lifetime“-Dinge, über das wir so froh sind, dass wir es gemacht haben!

Unsere Reise auf der Route 66 in der Übersicht

In dieser Übersicht findest dun unseren kompletten Reiseverlauf von New York nach San Francisco über die Route 66. Ich habe nicht nur den Streckenabschnitt, sondern auch meine persönlichen Highlights und Tour-Tipps niedergeschrieben, die euch eine Anregung für eure eigene Reiseplanung geben soll.

  • Tag 1-2: New York – Linden – Upper Black Eddy (120 km) ansehen
  • Tag 3: Upper Black Eddy – Rockwood (400 km) ansehen
    • Sommerset County
  • Tag 4: Rockwood – Sandusky (395 km) ansehen
    • Cedar Point
  • Tag 5-6: Sandusky – Chicago (470 km) ansehen
  • Tag 7: Chicago – Springfield (320 km) ansehen
    • Start der Route 66
    • Dwight
    • Funks Groove
  • Tag 8: Springfield – Stanton (290 km) ansehen
    • Worlds Largest Catsup Bottle
    • Gateway Arch
    • Mississippi
    • Meramac Höhlen und Meramec River
  • Tag 9: Stanton – Joplin (400 km) ansehen
    • Weltgrößter Schaukelstuhl in Cuba
    • Mark Twain National Forest
    • Devils Elbow
    • Fort Leonard Wood
  • Tag 10: Joplin – Oklahoma City (390 km) ansehen
    • Bristow
  • Tag 11-12: Oklahoma City – Tucumcari (600 km) ansehen
    • Leaning Tower of Texas
    • Cadillac Ranch
    • Midpoint (Mittelpunkt der Route 66)
  • Tag 13: Tucumcari – Albuquerque – Gallup (530 km) ansehen
    • Albuquerque
    • Santa Rosa
    • Continental Divide
  • Tag 14: Gallup – Monument Valley (320 km) ansehen
  • Tag 15-16: Monument Valley – Page – Wahweap am Lake Powell (200 km) ansehen
  • Tag 17-19: Wahweap – Grand Canyon Village (250 km) ansehen
  • Tag 20: Grand Canyon Village – Kingman (300 km) ansehen
  • Tag 21-22: Kingman – Las Vegas (180 km) ansehen
    • Willow Beach
    • Hoover Dam
    • Mike O’Callaghan-Pat Tillman Memorial Bridge
    • Lake Mead
    • Las Vegas
    • Helikopterflug Grand Canyon
  • Tag 23-24: Las Vegas – Anaheim (430 km) ansehen
    • Disneyland
  • Tag 25-26: Anaheim – Los Angeles – Santa Monica (60 km) ansehen
    • Los Angeles
    • Hollywood Studios
    • Santa Monica – Route 66 End of Trail

Die USA von Ost nach West (Route 66): Reiseroute Tag für Tag

Sicher möchtet ihr hier nicht nur lesen, wie schön wir unsere Tour quer durch die USA fanden. Damit ihr eine Anregung für eure eigene Reiseplanung habt, findet ihr hier unseren Reisebericht ganz detailliert und Tag für Tag mit den wichtigsten Sehenswürdigkeiten entlang der Route 66.

Auf dem Weg zur Route 66 – Woche 1 unserer Reise

In der ersten Woche unserer Tour sind wir genau genommen noch gar nicht auf der Route 66, denn schließlich beginnt unsere Fahrt mit dem Wohnmobil in New York.

Route 66 – Tag 1-2: New York – Linden (NJ) – Upper Black Eddy (PA, ca. 120 km)

Los ging unser Route 66 Abenteuer in New York, wo wir die ersten Tage verbracht haben. Der Roadtrip startete in Linden in New Jersey, wo wir unseren Camper bei El Monte RV Rentals übernahmen. Wir haben eine detaillierte Einweisung zu unserem Wohnmobil – dem Road Bear, Class C Motorhome 28-30 Feet – bekommen (das Wohnmobil war 8,50 Meter lang!). Das war auch gut so, schließlich war das unsere erste Tour mit einem Wohnmobil überhaupt. Die Übergabe ist übrigens wichtig! Stellt dort unbedingt alle eure Fragen, das haben wir auch gemacht, damit der Camper die kommenden Wochen wirklich euer Heim auf Rädern wird.

Unser erster Halt war Walmart, wo wir unseren ersten Großeinkauf machten: die Grundversorgung an Lebensmittel, Reinigungs- und Camping-Zubehör gibt es hier zu einem unschlagbaren Preis-Leistungsverhältnis. Dann steuerten wir den Colonial Woods Campground (Adresse: 545 Lonely Cottage Road, Upper Black Eddy, Pennsylvania) an, den wir erst im Dunkeln erreichen. Warum? Unser Camper war für zwei Brücken zu hoch, so dass wir alternative Routen finden mussten.

Mein Tipp für euch: Bezieht euren Campingplatz vor allem am ersten Tag unbedingt im Hellen!

Denn so erspart ihr euch im Gegensatz zu mir das erstmalige Rangieren im dem Camper im Dunkeln. Ich habe einige Lacher auf meiner Seite! Danach heißt es für uns: Das erste Mal Kochen, den Camper für die Nacht vorbereiten und ab ins Bett.

Am nächsten Morgen erkundeten wir erst einmal den Campingplatz, machen uns generell mit den Abläufen vertraut und haben dann ganz entspannt unser Wohnmobil eingerichtet. Dann heißt es ab in den Swimmingpool und den Spielplatz mit unseren Kindern erkunden. Abends gab es ganz USA-typisch Marshmallows – unsere Kinder sind spätestens jetzt überzeugt, dass wir einen tollen Urlaubsstart haben.

Tag 3: Upper Black Eddy – Rockwood (ca. 400km)

Milford Township Pennsylvania
Auf dem Weg von New York nach Chicago (Milford Township)

Am 3. Tag setzen wir unsere Reise gen Westen fort. Wir sind rund 4 Stunden unterwegs, bevor wir zum Hickery Hollow Campground (Adresse: 176 Big Hickory Road, Rockwood, Pennsylvania) kommen. Die Gegend des Sommerset County ist wunderschön grün und wir fühlen uns sehr willkommen auf diesem Platz. Vielleicht liegt das aber auch an unseren Nachbarn, mit denen wir nett plaudern. Sie lebten lange in Oslo, bevor sie ihren gesamten Besitz verkauft haben und seitdem mit einem Mega-Camper durch die USA fahren. Auf unserem Road Trip durch die USA treffen wir übrigens so einige interessante Persönlichkeiten – jede einzelne Geschichte faszinierte mich aufs neue!

Tag 4: Rockford – Sandusky (ca. 395 km)

Unsere Reise führt uns über Cleveland weiter nach Sandusky an den Lake Erie in Ohio. Wir sind fasziniert von der Gegend und bekommen einen ersten Eindruck von der Größe des Sees, als wir über die Cedar Point Road zum Cedar Point fahren. Zu beiden Seiten umgibt uns das Wasser und wir können zur Rechten nicht einmal mehr den Horizont sehen. Sandusky selbst ist übrigens über die Stadttore bekannt für seinen Vergnügungspark am Cedar Point. Habt ihr Zeit und liebt Fahrgeschäfte, lohnt sich ein Besuch! Der Eintritt erscheint erst einmal teuer, aber es gibt so viele schöne Achterbahnen und Karussells, dass es wirklich gerechtfertigt ist.

Für diese Nacht beziehen wir den Sandusky Bayshore KOA Campground (Adresse: 2E Shoreway Drive, Sandusky, OH 44870). Im übrigen kann ich die KOA Campingplätze einfach wärmstens weiterempfehlen. Sie sind zwar etwas teurer als ein paar andere, aber dafür kann man sich sicher sein, dass sie top-gepflegt sind, großzügige Stellplätze haben und viele Annehmlichkeiten wie Pools und schöne Spielplätze haben.

Die KOA Campgrounds gibt es in drei verschiedenen Kategorien: KOA Journey, KOA Holiday und KOA Resorts.

Tag 5-6: Sandusky – Chicago (ca. 470 km)

Der Beginn der Route 66 in Chicago
Die erste Woche unserer Wohnmobil-Tour schließen wir wieder mit ordentlich Strecke. Das ist aber gar nicht mal so schlimm, denn das Wetter spielt ohnehin nicht so mit wie wir es gerne hätten – es regnet und regnet. Wir haben unser nächstes richtig schöne Ziel vor Augen: Chicago! Die Stadt ist für uns ein riesiges Highlight. Denn hier beginnt die historische Route 66!!

In Chicago unternehmen wir eine Sightseeingtour und ich kann euch neben dem obligatorischen Besuch des Cloud Gate (bekannt auch unter dem Namen The Bean) auch den Besuch der Aussichtsplattform 360 Chicago empfehlen. Von hier aus habt ihr einen sensationellen Blick über den Lake Michigan und die Stadt selbst. Für die Kinder ist ein Besuch der Millennium Parks eine willkommene Abwechslung vom Sightseeing. Im größten Park Chicagos gibt es sogar einen Wasserspielplatz, solltet ihr hier hingehen, vergesst die Handtücher nicht. Am Ende des Nachmittags haben wir auf dem berühmten Navy Pier es uns nicht nehmen lassen, eine Runde mit dem Riesenrad zu drehen.

Meine besten Sehenswürdigkeiten von Chicago findest du hier.

Route 66 – Woche 2 unseres Roadtrips

Jetzt beginnt die Route 66 wirklich! Wir fahren in der 2. Woche von Chicago gen Westen. Lest hier was wir in den kommenden Tagen alles sehen und erleben.

Route 66 am Tag 7: Chicago – Springfield (ca. 320 km)

Was für ein Gefühl, auf der bekanntesten Straße der USA zu fahren! Die legendäre Route 66, die auch „Mother Road“ genannt wird, wurde 1926 eröffnet und führt durch sage und schreibe 8 Bundesstaaten. Natürlich darf auch für uns das obligatorische Foto am Route 66 Schild an der Kreuzung Michigan Avenue/Jackson Drive in Chicago nicht fehlen.

 

Schon kurz hinter Chicago bekommt ihr den ersten Eindruck vom Charme der Route 66 – im kleinen Örtchen Dwight seht ihr diese kleine Werkstatt, die mal eine Tankstelle war. Schön, oder?

Etwas außerhalb von Bloomington (genau genommen in Shirley) wird der USA-bekannte Funks Grove Pure Maple Sirup hergestellt. Es ist also irgendwie ein Muss einmal hierher zu kommen, aber natürlich nur, wenn man Sirup mag. Funks Grove findet ihr an der 5257 Old Route 66 in Shirley.

Unser nächster Stop ist Springfield, wo wir auch auf dem gleichnamigen KOA Campground bleiben (sagte ich schon einmal, dass ich Fan der KOA Campgrounds bin?). Leider müssen wir hier einen ungeplanten Zwischenstop bei einer Werkstatt (Art’s RV) einlegen, denn uns ist auf dem Weg hierher eine Radkappe abgeflogen. Aber der Service unseres Wohnmobil Vermieters ist wirklich gut und so können wir schon ganz schnell wieder sorgenfrei weiterfahren. Während der Reparatur erkunden wir aber die Innenstadt von Springfield. Wusstest du, dass Springfield der Wohnort von Abraham Lincoln war?

In Springfield selbst erwartet uns dann eine Überraschung: Eine Hitzewelle! Ein Glück, denn die Tage zuvor waren etwas frischer und so genießen wir den Sprung ins kalte Pool-Wasser.

Fun Fact: In Springfield springt die Zeit um eine Stunde zurück!

Tag 8: Springfield – St. Louis – Stanton (ca. 290 km)

Worlds Largest Catsup Bottle Sehenswürdigkeit an der Route 66

Das erste, was wir kurz vor St. Louis ansteuern ist die Worlds Largest Catsup Bottle (305 Railroad Ave, Collinsville, IL 62234) – die, wie der Name schon vermuten lässt die größte Ketchupflasche der Welt ist. Diese Sehenswürdigkeit an der Route 66 ist relativ unspektakulär, deshalb waren wir auch nur recht kurz da.

Unsere Fahrt führt uns weiter über St. Louis nach Charmwood. DAS Highlight in St. Louis ist die Gateway Arch, ein Monument am Mississippi River, DAS Symbol der Stadt. Zwar etwas touristisch, aber irgendwie genial sind die Schaufelraddampfer auf dem Mississippi, denn schließlich kommen sie ursprünglich auch von hier.

Kurz hinter St. Louis machen wir einen kleinen Abstecher zum Route 66 State Park Visitors Center, denn hier gibt es eine kleine Ausstellung zur Route 66, die sich echt lohnt!

Die Meramac Höhlen von innen
Die Meramac Höhlen von innen

Weiter ging es zu den Meramac Höhlen, eines der größten Höhlensystem in Missouri. Die Stalagniten und Stalagtiten beeindrucken insbesondere meine Kinder und ich finde den Fakt interessant, dass der bekannte Bandit Jesse James mitsamt seiner Gang das Höhlensystem als Versteck genutzt haben soll. Anschließend gingen wir im Meramec River baden.

KOA Meramec
Der KOA Meramec

Den warmen Abend haben wir auf dem Stanton / Meramec KOA Journey (Adresse: 74 Highway W, Sullivan, MO 63079) genossen, unsere Campsite war wunderschön unter Bäumen gelegen. Es gab selbstgemachtes BBQ von den Campingplatz-Besitzern und wir konnten uns mit ihnen am Lagerfeuer über ihre Erfahrungen austauschen (und wir haben uns ein paar Reisetipps abgeholt). Das werdet ihr immer wieder feststellen: es ist sehr leicht, mit anderen ins Gespräch zu kommen – so erfahrt ihr die besten Geschichten!

Was fällt euch dabei auch garantiert auf? Die Amerikaner haben ein ganz anderes Selbstverständnis von Distanzen – „just around the corner“ (übersetzt bedeutet das sowas wie „nur um die Ecke“) kann auch mal eine 2-Stunden-Fahrt bedeuten!

Route 66 – Tag 9: Stanton – Joplin (ca. 400 km)

Der größte Schaukelstuhl der Welt in Cuba an der Route 66
Der größte Schaukelstuhl der Welt in Cuba an der Route 66

Am Tag 11 machen wir es uns bequem … zumindest fast, denn unsere Tour über die historische Route 66 führt uns über Cuba. Dort befindet sich der weltgrößte Schaukelstuhl, an den wir übrigens erst einmal vorbeigefahren sind – daneben ist auch ein kleiner Shop, in dem ihr u.a. selbstgemachte Süßigkeiten kaufen könnt.

Die heutige Etappe zeigt uns, wie grün die Route 66 hier ist. Und was euch auch auffallen wird: die alte Route 66 verläuft oftmals direkt neben der Interstate! Im Allgemeinen ist die Gegend hier sehr ländlich, wir fahren vorbei an vielen kleinen Dörfern und Farmen und merken, dass wir auf dem Land sind. Ein richtigen tollen Spot an der Route 66 möchte ich dir nicht vorenthalten: Devils Elbow. Die Route 66 führt hier über eine kleine Brücke und der Ausblick ist echt toll!

Wir passieren den Mark Twain National Forest und auch den Fort Leonard Wood. Da wir aber noch etwas Strecke zurücklegen müssen, halten wir hier nicht. Eigentlich sollte die heutige Tour bis Tulsa gehen, allerdings ist das Wetter so schön warm, dass wir lieber einen Campingplatz mit Pool beziehen wollen und so fahren wir nur bis nach Joplin – zum Joplin KOA Journey (Adresse: 4359 Dakota Lane, Joplin, MO 64804).

Tag 10: Joplin – Oklahoma City (ca. 390 km)

Route 66 Sign in Bristow
Das Route 66 Sign in Bristow

Auf diesem Stecken-Abschnitt der Route 66 wird uns die Dimension unserer Strecke bewusst. Nachdem wir durch eher grüne Gebiete gefahren sind, verändert sich auf unserem Weg nach Oklahoma die Vegetation. Ein toller Zwischenstop ist Bristow kurz vor Oklahoma City – der kleine Ort versprüht den Charme der Route 66. Am besten geht ins das Diner im Zentrum wie wir und lasst euch in die 60er Jahre der USA zurück versetzen!

Hier erwartet uns die rote Erde, die man auf so vielen Bildern der Route 66 sieht. Und wir freuen uns, dass es weiterhin richtig schön warm ist.

Tag 11-12: Oklahoma City – Amarillo – Tucumcari (ca. 600 km)

Zum Ende unserer zweiten Woche haben wir längere Tagesetappen eingeplant – wir haben ja (leider) nicht endlos Zeit für unseren Road Trip. Die Halbwüste ist einfach wunderschön und wir lieben die Fahrt hierdurch. Aber ich muss dazu auch sagen, dass wir natürlich gut ausgestattet sind mit unserem Camper, schließlich haben wir eine ganze Küche an Board und den Kühlschrank haben wir vor der Fahrt ins gefühlte Nirgendwo natürlich gefüllt. So sind wir total unabhängig, können anhalten und Rast machen wie wir (und die Kinder) es wollen und haben gleichzeitig alles dabei, um es uns gutgehen zu lassen.

Route 66 Sehenswürdigkeiten Karte
Leaning Tower of Texas an der Route 66

Eine kleine Sehenswürdigkeit der Route 66 ist der Leaning Tower of Texas – ein ziemlich schiefer Wasserturm. Hier könnt ihr gut parken und wir haben diesen Fotospot genutzt, um im Camper einen Kaffee zu machen.

Cadillac Ranch an der Route 66
Cadillac Ranch an der Route 66

Kurz vor dem Mittelpunkt der Route 66 (Midpoint Route 66 in Adrian / Texas), wo wir natürlich das obligatorische Foto gemacht haben, erreichen wir die Cadillac Ranch. Der Ort ist bekannt für seine Kunstinstallation aus schräg eingegrabenen Autos. Ihr könnt euch hier verewigen und sie mit Farbe besprühen wie ihr wollt – die Spraydosen liegen direkt bei den Autos.

Nach dieser langen Fahrt bleiben wir heute auf dem KOA Tucumcari (Adresse: 6299 Quay Road AL, Tucumcari, NM 88401). Hier werden wir sehr gastfreundlich empfangen, entscheiden uns aber entgegen unserer ursprünglichen Planung, die Fahrt am nächsten Morgen fortzusetzen.

Tag 13: Tucumcari – Albuquerque – Gallup (ca. 530 km)

Heute geht die Fahrt weiter in Richtung Westen. Wir passieren einige kleine süße Orte. Sowohl Santa Rosa als auch Santa Fe sind wirklich schön anzusehen Städte und zählen definitiv zu den Sehenswürdigkeiten an der Route 66.

Kurz dahinter erreicht man Albuquerque – die größte Stadt New Mexicos. Vor allem an den Gebäuden der Altstadt sieht man spanische Kolonialzeit – und an vielen Hausfassaden hängen auch heute noch getrocknete Chilli-Schoten. Empfehlen kann ich hier den Besuch des National Museums of Nuclear Science and History. In diesem Museum könnt ihr viel über die Zeit des Kalten Krieges und auch mehr über das Manhattan-Projects erfahren: In der Forschungsanstalt in Los Alamos wurde die erste Atombombe entwickelt.

Ein weiteres Highlight auf der Route 66 ist die Continental Divide – die Wasserscheide Amerikas. Durch seine geografischen Gegebenheiten entscheidet es sich hier an der kontinentalen Wasserscheide, ob das Regenwasser über die Flüsse gen Westen Richtung Pazifik oder Richtung Osten Richtung Atlantic fließt.

Pool mit Flagge in Gallup an der Route 66
Pool mit Flagge in Gallup

Unsere Etappe beenden wir in Gallup: Willkommen in der wohl patriotischsten Kleinstadt der Route 66! Flaggen, Plakate und viele Wimpel erinnern die Einwohner hier daran, dass sie stolz auf ihre Stadt und Amerika sind. Wir haben uns im USA RV Park (Adresse: 2925 W Historic Highway 66, Gallup, NM 87301) einquartiert, der Campingplatz befindet sich zwischen Flughafen, Autobahn und Bahngleisen. Wir erwartet Lärm, aber es ist tatsächlich eigentlich recht ruhig. Mega-witzig: Am Grund des Swimmingpools ist eine große USA-Flagge gefliest.

Woche 3 auf der Route 66

Die 3. Woche hält rote Erde, die Ausläufer der Rocky Mountains und die sensationellen Schluchten des Grand Canyon für uns bereit.

Tag 14: Gallup – Monument Valley (ca. 320 km)

Forrest Gump View Point im Monument Valley
Der Forrest Gump View Point im Monument Valley

Nun fahren wir ab von der Route 66 in Richtung Norden, denn wir wollen das wunderschöne Monument Valley erkunden. Allein die Fahrt hierhin ist ein Traum. Die Schluchten in ihren roten und braunen Farbtönen haben es uns angetan – die Landschaft ist einzigartig schön. Fahrt ihr diese Strecke, solltet ihr auf jeden Fall über Mexican Hat Richtung Monument Valley fahren. Am Forrest Gump View Point könnt ihr parken und den Blick auf das Valley genießen. Das obligatorische Bild von der Straße bis hin zum Valley ist ein Muss – passt aber unbedingt auf den Verkehr auf!

Die Nacht bleiben wir auf dem KOA Monument Valley (Adresse: Milepost 2, Highway 163, Monument Valley, UT 84536).

Tag 15: Monument Valley – Page – Wahweap am Lake Powell (ca. 200 km)

Auf dem Weg nach Page zum Antelope Canyon
Auf dem Weg nach Page zum Antelope Canyon


Heute geht es ganz entspannt in Richtung Page, denn von hier aus wollen wir den Antelope Canyon erkunden. Erst einmal fahren wir zum Glen Canyon Damm. Das ist eine Talsperre, die den Colorado River zum Lake Powell anstaut. Dieser ist übrigens nach dem Lake Mead der zweitgrößte Stausee der USA.

In Wahweap angekommen, beziehen wir unseren Campingplatz Wahweap RV & Campground (Adresse: 100 Lakeshore Drive, Page, Arizona 86040). Es ist total spannend wie viele Deutsche wir hier treffen und es ist einfach schön, mit ihnen ins Gespräch zu kommen.

Unsere Tour zum Antelope Canyon haben wir für den nächsten Tag eingeplant, damit wir einfach entspannt nach Page fahren können.

Tag 16: Antelope Canyon

Der Antelope Canyon besteht aus zwei Gebieten: dem Upper und dem Lower Antelope Canyon. Der Upper Antelope Canyon ist überirdisch, wohingegen sich der Lower Antelope Canyon unter der Oberfläche befindet. Von außen fällt der Lower Antelope Canyon überhaupt nicht auf – er ist aber wirklich faszinierend. Die Farben und Strukturen verändern sind ständig mit dem Stand der Sonne. Wäre ich nicht selbst hier gewesen, würde ich es in der Tat nicht glauben! Der Antelope Canyon ist einfach beeindruckend – die Tour solltet ihr unbedingt auf eure Bucket-List nehmen!

Achtung: die Anzahl der verfügbaren Tickets ist limitiert – reserviert diese unbedingt vorab!

Route 66 Tag 17: Wahweap – Grand Canyon Village (ca. 250 km)

Wir freuen uns, diese Tage nur eine kleine Etappe vor uns zu haben und sind einfach nur beeindruckt vom Grand Canyon (South Rim), auf den wir heute zufahren und der nur eine Stunde von der Route 66 entfernt ist. Der Eintritt für den Grand Canyon Nationalpark beträgt $35 für unser Wohnmobil und er ist 7 Tage gültig. Davon werden übrigens Projekte zur Erhaltung und Pflege des Parks finanziert – wie ich finde eine gute Sache!

Als erstes fahren wir zum Desert View Watchtower, der sich auf unserem Weg zwischen Cameron und dem Grand Canyon Village befindet. Er ist das Ende und der Höhepunkt des 35 Kilometer langen Desert View Drives und von hier aus genießen wir einen unfassbar schönen Blick auf den Colorado River. Auf dem Weg in Richtung Village kommen wir noch an einigen anderen Aussichtspunkten vorbei.

Genießt den Blick von den Aussichtspunkten am Desert View Drive auf den Colorado River!

Wir bleiben die nächsten Tage auf dem Campingplatz Trailer Village RV Park (Adresse: 11 Yavapai Lodge Road, Grand Canyon, AZ 86023). Er liegt im Nationalpark und ist der einzige mit Anschlüssen für Wohnmobile.

Ganz wichtig: Ihr müsst diesen Campingplatz unbedingt vorab reservieren!

Denn am Grand Canyon ist es extrem voll und wir haben mitbekommen, dass bei unserer Ankunft keine weiteren Plätze mehr zur Verfügung standen.

Tag 18-19: Grand Canyon Nationalpark

Die nächsten Tage erkunden wir den Grand Canyon Nationalpark. Und tatsächlich gibt es hier ein großes Angebot an Unternehmungen! Um herauszufinden, was für euch dabei ist, solltet ihr als erstes zum Visitor Center im Village fahren. Es ist ein riesiges Besucherzentrum und könnt so einige Infos für euch mitnehmen. Wir sind ja mit unseren Kindern unterwegs und entscheiden uns dafür, eine Junior Ranger Ausbildung zu machen. Dafür kann man sich (kostenlos) ein Junior Ranger Heft im Visitor Informations Centre holen und es bearbeiten. So lernen die Kinder etwas über den Nationalpark und sind natürlich total stolz, wenn sie dann Junior Ranger sind.

Das beste WLAN gibt es bei Starbucks!

Route 66 Tag 20: Grand Canyon Village – Kingman (ca. 300 km)

Unsere Tour geht weiter in Richtung Westen. Eigentlich war geplant, dass wir an diesem Tag bis nach Seligman fahren. Was die einen als Kultstadt der Route 66 bezeichnen, empfanden wir als einen ganz schrecklichen Ort, so dass wir direkt weitergefahren sind und die Fahrt in Kingman beendet haben.

Entlang der Route 66 dorthin haben wir dann doch noch richtig typische Orte zu sehen bekommen – wenn es euer Zeitplan zulässt, fahrt nach Flagstaff (liegt auch direkt an der Route 66) und Sedona. Beide haben super-viel zu bieten!

Haltet unbedingt in Valentine und Hackberry an – diese Sehenswürdigkeit an der Route 66 ist wirklich schön: es gibt jede Menge alte Autos und Sammlerstücke zu bestaunen. Wir haben uns in dem kleinen Laden vor Ort an einem Root Beer probiert – es war einfach nur furchtbar!

Die Nacht quartieren wir uns auf dem KOA Kingman ein (Adresse: 3820 North Roosevelt, Kingman, AZ 86409), einem richtig schönen Campground.

Unsere 4. Woche auf der Route 66

Wir steuern in der 4. Woche auf das Ende unserer Reise über die Route 66 und auf die schönsten Orte der Westküste der USA zu.

Tag 21-22: Kingman – Las Vegas (ca. 180 km)

Größer könnte der Kontrast vom Grand Canyon bis Las Vegas kaum sein. Von wilden Canyons geht unsere Reise weiter in die Stadt der Shows und Casinos! Bevor wir in Las Vegas reinfahren, stoppen wir an Willow Beach, um uns abzukühlen. Das ist ein kleiner Abschnitt des Colorado River, das Wasser ist kristallklar aber zu unserer Überraschung extrem kalt – und das bei 40°C Außentemperatur. Genau in der Mitte des Colorado River verläuft übrigens die Grenze der Bundesstaaten Arizona und Nevada.

Fun Fact: Ihr könnt hier zu Fuß die Zeitverschiebung zwischen Arizona und Nevada  überwinden.

Nächstes Ziel ist der Hoover Damm, die Talsperre des Colorado Rivers zum Lake Mead. Auch dieses Bauwerk ist mit seinen 221 Metern einfach nur gigantisch (und nichts für schwache Nerven!). Direkt daneben wurde übrigens die Mike O’Callaghan-Pat Tillman Memorial Bridge gebaut, um den Hoover Damm vom Verkehr zu befreien.

Auch wenn es in Las Vegas einige schöne Campingplätze gibt, entscheiden wir uns, unser Wohnmobil für 2 Tage in die Garage des Hotels stellen zu lassen und die Tage im Hotel zu verbringen. Wir genießen die Zeit im Trubel, tanken unsere Akkus auf (und liegen auch einfach mal am Pool), gehen shoppen und schauen uns die Stadt an.

Die besten Sehenswürdigkeiten von Las Vegas habe ich auch für dich!

Helikopterflug Grand Canyon
Was für ein Erlebnis: per Helikopterflug in den Grand Canyon

Mein persönliches Highlight in Las Vegas war jedoch ein Helikopterflug in den Grand Canyon – insgesamt 4 Stunden dauerte die Tour und ist definitiv jeden Euro wert. Es ist einfach nur beeindruckend, im Grand Canyon zu landen und von oben auf den Colorado River zu schauen. Gänsehautalarm!

Tag 23-24: Las Vegas – Anaheim (ca. 430 km)

Jetzt geht die Fahrt weiter an die Westküste der USA! Wir haben das Land nun schon von der Ostküste bis zur Westküste durchquert – ein wirklich tolles Gefühl! Hier schließt sich für mich ein Kreis, denn einen Roadtrip an der Westküste der USA habe ich 2006 schon einmal gemacht gehabt, damals mit meinem (bis heute) besten Kumpel Tino.

Die Fahrt endet für uns heute in Anaheim. Der Grund ist ganz klar: Disneyland wartet auf uns! Und natürlich ist es für unsere Kinder das absolute Highlight, Micky und Minnie zu sehen und auch wir Erwachsenen werden ein wenig in den Bann der Eiskönigin gezogen. Ich muss sagen, dass ich vom Disneyland in Los Angeles super-begeistert bin und ich das so gar nicht erwartet hätte: die gesamte Anlage ist mit viel Liebe zum Detail gestaltet, überall hört ihr Disney-typische Musik und am Abend gibt es die tägliche Parade mit allen bekannten Disney-Figuren und das berühmte Feuerwerk. Nur schön!

Tag 25-26: Anaheim – Los Angeles – Santa Monica (ca. 60 km)

Mit genialer Musik geht es weiter nach Los Angeles. Allerdings kenne ich die Stadt schon und so ersparen wir unseren Kindern eine Tour durch die Hollywood Studios, die sich aber wirklich lohnt (diese hatte ich schon vorher gesehen). In Santa Monica endet dann die Route 66 – das „End of Trail“ Schild findet ihr direkt auf dem Santa Monica Pier.

Das Ende der Route 66 in Santa Monica

Nach knapp 5.000 Kilometer waren wir am Ende der Reise angekommen – was für ein tolles Erlebnis!

Was nun folgte? Der letzte Abschnitt unseres USA Roadtrips war ein weiteres Highlight: der Highway Number 1, der uns bis nach San Francisco führen wird. Was wir dort erlebt haben und warum diese Tour zu den schönsten Roadtrips der USA gehört, siehst du hier in Kürze in meinem Reisebericht zum Highway #1 in Kalifornien.

Lohnt sich die Tour?

Route 66 – mein Fazit

Was für ein unglaublicher Roadtrip – die Fahrt auf der Route 66 hat uns voll und ganz gefallen und bis heute reden wir von dieser genialen Zeit. Auf dem Weg von Chicago nach Santa Monica haben wir unglaublich viel vom Charme der alten Route 66 erlebt.

Mein Fazit? Unbedingt machen!

Wieviel kostet unsere Route 66 Reise?

Unsere Reise quer durch die USA über die Route 66 war nicht ganz billig. Natürlich ist der Flug ein Kostenfaktor – vor allem als vierköpfige Familie. Wir haben uns für die Reise mit dem Wohnmobil entschieden, damit wir möglichst flexibel reisen können und nicht immer die Reisetaschen aus- und wieder einpacken müssen. Da wir mit unseren Kindern unterwegs sind, kommt für uns nur die Reise im Wohnmobil mit Alkoven (und WC) in Frage.

Optional sind natürlich die Touren vor Ort. Allerdings kann ich euch unbedingt empfehlen jene zum Antelope Canyon und insbesondere die in den Grand Canyon zu unternehmen, denn sie sind ein absolutes Highlight unserer Reise.

Über den Autor
Steffen

Ich bin ein absoluter Reise-Begeisterter mit einer großen Liebe zur USA, Spanien und Italien. Und England. Und Frankreich. Ganz viel Reise-Inspiration von mir gibt es regelmäßig auf unserem YouTube-Kanal sowie in unserem brandneuen Podcast.

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Steffen von Loving Travel

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